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Eine Rose, die niemals welkt – Jubiläumsakkord

Ein Jubiläumsakkord voller Dankbarkeit 

Im Jahr 2026 blicken wir zurück auf drei besondere Daten für die Liebfrauen-Basilika : 75 Jahre Wiedereinweihung und Erhebung zur päpstlichen Basilica Minor – 40 Jahre Zugehörigkeit zum UNESCO-Weltkulturerbe – 15 Jahre Wiedereröffnung nach der großen Innensanierung 

Wenn wir heute die harmonische Stille unseres Kirchenraums genießen, vergessen wir oft die „apokalyptischen Tage“ des Jahres 1944. Brandbomben im August und schwerster Artilleriebeschuß im Dezember hatten auch die Liebfrauenkirche, wie so viele historische Bauwerke unserer Stadt bis in die Grundfesten erschüttert. Zeitweise bestand die Gefahr des Einsturzes. Sieben Jahre „rastloser und unermüdlicher Arbeit“ waren nötig, um das Werk zu vollenden, das vielen zunächst unmöglich schien. Ohne den damaligen Pastor von Liebfrauen, Prälat Nikolaus Jonas, sein Gottvertrauen, sein Organisationstalent und seine guten Beziehungen zu den französischen Besatzungstruppen, wäre dieser Kraftakt nicht gelungen. Aber was heute gilt, galt auch damals: ohne die Unterstützung der Gläubigen wäre der Pastor nicht weit gekommen. Obwohl viele ihre eigenen Wohnungen und Häuser noch längst nicht wieder aufgebaut hatten, den Verlust von Ehemännern, Vätern und Söhnen zu betrauern hatten, war es den Gläubigen ein Herzensanliegen, ihre geliebte Pfarrkirche wieder erstehen zu sehen und eine Sehnsucht, bald wieder Gottesdienst darin feiern zu können. Dafür waren keine Mühe und keine Opfer zu groß…  

Am 15. August 1951, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, konnte mit einem Pontifikalamt unter dem Vorsitz unseres späteren Bischofs Dr. Bernhard Stein die feierliche Wiedereinweihung begangen werden. Die Ansprache des damaligen Generalvikars von Meures, die hier in Auszügen abgedruckt ist, gibt ein Zeugnis des bewegenden Momentes.  

Gekrönt wurde dieser Tag durch die Erhebung der Liebfrauenkirche zur päpstlichen Basilika durch Papst Pius XII.. Dieser kannte die Kirche von einem Besuch als Nuntius im Jahr 1927 persönlich und bezeichnete sie damals als „wundersame Edelblüte der Frühgotik“ – eine Formulierung, die sich wörtlich im Erhebungsdekret wiederfindet, das Sie hier finden.  

Nicht vergessen werden darf der Zusammenhang zur wenige Monate vorher erfolgten dogmatischen Definition der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. (1. November 1950). Das Fest “Mariä Himmelfahrt” am 15. August 1951, das in der Kirche schon seit dem 5. Jahrhundert gefeiert wird und das beispielsweise im Saarland, in Luxemburg und in Frankreich bis heute ein gesetzlicher Feiertag ist, wurde also am Tag der Wiedereinweihung der Liebfrauen-Basilika sozusagen erstmals mit “dogmatischer Absicherung” gefeiert. Ein besonders kostbarer Zusammenfall von Ereignissen und eine zusätzliche Ehrung für “unsere” Marienkirche. 

Und ebenfalls erinnern will ich in diesem Zusammenhang daran, dass 1951 die Neugestaltung der liturgischen Orte mit dem Altar im Zentrum für viele Zeitgenossen sicher noch eine Provokation war, 12 Jahre vor Veröffentlichung der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanischen Konzils. Der Weitsicht und dem Mut von Pastor Jonas und Generalvikar von Meures, die beide von der sog. Liturgischen Bewegung inspiriert waren, haben wir diese für die Entwicklung der Liturgie so richtungsweisenden Schritt zu verdanken und wir dürfen ein wenig stolz darauf sein, dass unsere Liebfrauen-Basilika zu den ersten Kirchen gehört hat, in denen der Altar diesen Platz gefunden hat. 

Vor 40 Jahren folgte dann eine weltweite, weltliche Anerkennung: Am 28. November 1986 wurde die Liebfrauen-Basilika zusammen mit dem Dom und den römischen Denkmälern der Stadt Trier in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. 

Dass Liebfrauen heute diesen Titel trägt, verdanken wir maßgeblich dem Einsatz von Prof. Dr. Franz Ronig, dem früheren  Bistumskonservator und Dr. Heinz Cüppers, dem früheren Direktor des Rheinischen Landesmuseums. Ursprünglich war geplant, nur die antiken römischen Bauten zu nominieren. Doch dank Ronigs „Überzeugungskraft und seiner fundierten kunsthistorischen Argumente“ wurde das Ensemble aus Dom und Liebfrauen als Teil des „Gesamtpakets“ anerkannt. Er schuf das wissenschaftliche Fundament dafür, dass unsere Kirche als früheste gotische Kirche Deutschlands heute zum „Weltkulturerbe der Menschheit“ zählt. 

Am 4. September 2011 schließlich, also vor nunmehr 15 Jahren,  wurde die Liebfrauen-Basilika nach mehr als vierjähriger Schließung nach der großen Innenrenovierung feierlich wiedereröffnet. Bis heute dürfen wir uns am Erfolg dieser Arbeiten, der ganz wesentlich meinem geschätzten Vorgänger Pfr. Willi Ehlen zu verdanken ist, erfreuen. Seither glänzt der Edelstein „Liebfrauen-Basilika“ wieder in den schönsten Farben.

Was bedeuten uns diese Jubiläen heute? 

Diese Jahrestage sind mehr als nur historische Daten. Sie erinnern uns daran, auf welchen Fundamenten wir stehen und aus welchen Quellen wir schöpfen dürfen. Die Liebfrauen-Basilika ist seit Jahrhunderten ein Ort, an dem Gläubige sich zu Gottesdienst und Gebet versammeln. Die tröstende Sprache der Architektur und der gelebten Glaubenspraxis verstehen auch Menschen, die nicht glauben können oder noch auf der Suche sind. Jährlich zigtausende Besucher aus aller Welt geben davon ein beeindruckendes Zeugnis. 

Die Titel „Basilika“ und „Weltkulturerbe“ sind ein Auftrag an uns: dieses Erbe nicht nur zu verwalten, sondern es als lebendigen Ort des Glaubens und der Begegnung zu erhalten.  

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jubiläumsakkord am 15. August mit uns zu feiern. Weihbischof und Dompropst Jörg Michael Peters wird um 17 Uhr dem Pontifikalamt vorstehen, zu dessen Beginn wir das Wappen von Papst Leo XIV. am Portal zum Paradies enthüllen und segnen werden. Das Wappen des amtierenden Papstes ist, neben dem berühmten Schirm (Conopeum oder Umbraculum) und dem Glöckchen (Tintinnabulum), die dritte Insignie einer päpstlichen Basilika, die an der Liebfrauen-Basilika bisher gefehlt hat. Aber was sind in der Geschichte unserer Kirche schon 75 Jahre… 

In Vorfreude auf das Jubiläum grüßt Sie 

Ihr Pastor Dr. Markus Nicolay 

Bericht Küster Martin Jansen
Ansprache Generalvikar Heinrich von Meures 
Päpstliches Dekret Papst Pius XII. Basilica minor

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